Jana, 20 Jahre, aus der Nähe von Oldenburg, hat sich nach dem Entschluss ihre kaufmännische Ausbildung abzubrechen nach einem Neuanfang gesehnt und sich letztendlich entschieden, als Au Pair nach London zu gehen.

Der Weg war anfangs etwas stolprig, da es mit der ersten Familie nicht geklappt hat, aber nun ist sie glücklich mit Gastfamilie Nummer zwei.

Ihre erste Gastfamilie: 3 Jungs im Alter von 5,9 und 11 Jahren. Die Familie wohnte in Central London. Hier verbrachte sie nur 3 Wochen, weil die Umstände es erforderten zu gehen.

Gründe für den Wechsel: die Lebensumstände im Haus, außerdem kein Fernseher oder Internet. Die Kinder haben sie nicht respektiert und sie wurde nicht ausreichend in ihre Aufgaben eingearbeitet.

Jana hat dann aber innerhalb kürzester Zeit eine neue Familie gefunden bei der sie derzeit ihr Au Pair Jahr verbringt. Dadurch das Jana vor Ort war, konnte sie sich mit der neuen Familie persönlich treffen und diese besser kennenlernen. Sie wohnt jetzt ca. 25 Minuten von London entfernt. Ihre Gastkinder sind 2 und 5 Jahre alt.

Wie bist du auf die Idee gekommen Au Pair zu werden?

Ich hab´ das irgendwann Mal im Internet recherchiert, weil ich unbedingt ein Auslandsjahr machen wollte. Schüleraustausch war mir zu teuer und “Work and Travel” wollte ich nicht machen, weil ich nicht ständig den Ort wechseln und immer wieder auf Jobsuche sein wollte. Deshalb habe ich dann gedacht, als Au Pair ist man verpflegt und hat einen beständigen Job. Dann habe ich weiter recherchiert und meine Organisation gefunden: IST Sprachreisen. Daraufhin habe ich mich dann beworben.

Hast du dich von Anfang an für England entschieden oder hast du auch andere Länder in betracht gezogen?

Ich habe auch darüber nachgedacht als Au Pair in die USA zu gehen, aber ich wusste nicht, ob ich das ein Jahr lang durchhalte. Denn, wenn du in die USA gehst, dann musst du dich ja auf ein Jahr festlegen. Da hast du halt nicht die Möglichkeit mal zurückzufliegen, falls du mal Heimweh hast oder so. Deswegen habe ich mich dann für England entschieden. Um erstmal auszutesten in wieweit ich das schaffe von zu Hause weg zu sein.

Hast du zu Hause schon viel mit Kindern gemacht?

Ja, relativ viel. Ich habe ein Praktikum im Kindergarten über 6 Wochen gemacht, zusätzlich habe ich gebabysittet. Das Ganze habe ich letztes Jahr im Januar/ Februar 2015 angefangen, also kurz bevor ich dann meine Bewerbung eingereicht und nach England gegangen bin.

Was würdest du anders machen, wenn du jetzt das Au Pair Jahr nochmal neu starten würdest?

Ich würde sagen, dass es bei meiner Suche am Anfang ein Fehler war, dass ich hauptsächlich nach dem Ort gegangen bin. Ich wollte unbedingt nach London. Im Nachhinein weiß ich, daß es wichtiger ist, die richtige Familie zu finden als den richtigen Ort, denn mit der Familie verbringt man ja hauptsächlich seine Zeit. Meiner Meinung nach ist es ganz entscheidend darauf zu achten, wie die Familie ist, wie sympathisch man sie findet, wie sie mit einem umgehen und wie die Kinder sind. Ich denke, es ist das Wichtigste, dass du dich mit den Eltern und den Kindern gut verstehst.

Ich habe bei meiner ersten Gastfamilie den Fehler gemacht, dass ich nur einmal mit den Eltern geskypt habe. Das war einfach zu wenig. Hätte ich die Familie besser kennengelernt, hätte ich gemerkt, dass sie nicht zu mir passen.

Da das alles neu für mich war, wusste ich auch nicht, wie viele andere Familien vielleicht noch an mir Interesse hätten und war froh eine Familie gefunden zu haben.

Was sind die Top Dinge, die du bist jetzt in deiner Au Pair Zeit gelernt hast?

Ich habe gelernt, dass Kinder nicht einfach sind. Das man in der Au Pair Zeit definitiv verantwortungsbewusster wird und selbstständiger. Das man an den Erfahrungen, die man hier macht wächst und das man erwachsen wird.

Was war bis jetzt dein schönstes Au Pair Erlebnis?

Privat: Silvester in London.

Mit der Familie: “Sunday Roast” mit der ganzen Familie.

Hast du einen Top Tipp für angehende Au Pairs?

Nie die Nerven verlieren. Immer ruhig bleiben. Vor allem, wenn man sich um jüngere Kinder kümmert, kann das wirklich nervenaufreibend sein.

Mein Tipp ist wirklich, sich nicht zu sehr stressen zu lassen. Denn wenn man sich stressen lässt, dann lässt man das ganz schnell an den Kindern aus und dann sind die Kinder natürlich auch nicht netter, sondern werden noch genervter und wütender.

Hattest du mit Heimweh zu tun und wie sollte man damit umgehen?

Ich hatte die ganze erste Zeit kein Heimweh, dann hat es mich kurz vor Weihnachten aber doch gepackt. Das war bei mir so nach ca. 3 1/2 Monaten nach meiner Anreise. Ich denke das es teilweise an der Vorweihnachtszeit lag, aber auch daran, dass für mich dann nach 3 Monaten einfach so ein Tief gepackt hat. Für mich war es dann gut, dass ich über Weihnachten nach Hause gegangen bin. Mir hat das sehr geholfen meine Familie und Freunde wieder zu sehen und als ich dann nach England zurück geflogen bin, habe ich mich auch wieder auf meine Gastfamilie gefreut.

Andernfalls, wenn man nicht die Möglichkeit hat nach Hause zu fliegen, würde ich sagen, soviel wie möglich rauszugehen und irgendetwas machen, viel unternehmen und nicht zu oft mit den Eltern zu Hause skypen.

Hattest du mit Kulturschock zu tun?

Kulturschock? Nein.

Würdest du empfehlen einen Sprachkurs zu machen?

Ja doch, würde ich schon. Wenn man das macht, würde ich auf jeden Fall empfehlen eine Prüfung abzulegen, damit man etwas festes in der Hand hat.

Was empfindest du als schwierig im Au Pair Job?

Schwierig ist es, wenn die Kinder absolut nicht das machen, was du ihnen gesagt hast. Wenn du z.B. so wie ich einen 2 jährigen hast, der dann ohne Grund anfängt zu schreien und du absolut keine Ahnung hast, warum, wieso, weshalb und du ihn auch nicht gestoppt kriegst. Dann sind das wirklich Momente, die reißen an den Nerven. Wenn mein Gastkind etwas absolut nicht will, dann fängt er auch an zu hauen, das tut bei ihm zwar nicht weh oder so, aber dann muss man schon streng mit ihm sein. Man kann sich die Situation in dem Moment auch irgendwie nicht leichter machen, sondern muss das irgendwie ertragen, das ist für mich manchmal wirklich schwer.

Denkst du man sollte Weihnachten nach Hause fliegen oder besser hier feiern?

Ich würde es immer wieder so machen über Weihnachten zur eigenen Familie zu fliegen. Ich hätte allerdings auch wirklich gerne Mal erlebt, wie es ist, Weihnachten hier zu feiern, weil die das ja schon etwas anders feiern. Aber dadurch, dass meine Gastfamilie in den Urlaub gefahren ist, stand das für mich gar nicht zur Auswahl. Wenn die Möglichkeit bestanden hätte, dann wäre ich, glaube ich, da geblieben, aber über Silvester nach Deutschland geflogen.

Würdest du ein Au Pair Jahr empfehlen?

Ja, auf jeden Fall! Weil man hier viel sehen, viel rumreisen und viel erleben kann. Außerdem wächst man an den vielen Herausforderungen. Das Englisch verbessert sich. Ich finde das die gesamte Erfahrung wirklich nur positiv ist.

Wenn du auch Au Pair in England, USA oder Australien bist, dann werde mein Interviewgast! Schreibe mir einfach eine Nachricht über “Kontakt”. Ich freue mich auf dich!

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Mel

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