Ursprünglich war ich der Ansicht gewesen, dass ich Au Pair in England nicht empfehlen kann, dazu habe ich aber mittlerweile meine Meinung geändert.

Warum wollte ich das ganze aber zuerst nicht empfehlen?

Ich muß dazu sagen, dass England/ London eher so die Liebe auf den zweiten Blick war. Oder sollte ich sagen auf den 3. oder 4. Blick? Wie du in meinem Artikel “Ein Jahr in London” nachlesen kannst, hat es tatsächlich ein ganzes Jahr gedauert, bis ich gesagt habe ich mag es hier.

Das soll dich aber nicht abschrecken herzukommen, denn jeder ist anders, hat andere Vorstellungen und Vorlieben und ich habe auch schon Au Pairs kennengelernt, die London von Tag 1 geliebt haben! Ich war nur nicht eine von ihnen.

Aber warum nicht?

Hier eine Liste von Dingen, die mich gestört haben, bzw. die mich manchmal immer noch stören:

  • Der Straßenverkehr. In London selbst natürlich am schlimmsten, aber auch außerhalb von London hat man mit viel Verkehr zu tun. Oft ist es schwer einen Parkplatz zu finden. Die Straßen sind klein, eng und man wünscht sich einfach eine Parklücke in die man reinpasst!
  • Parken: Überall muß man fürs Parken zahlen.
  • Das öffentliche Verkehrssystem ist nicht besonders kinderfreundlich. Mit älteren Kindern ist es kein Problem, aber wenn du mit Kinderwagen unterwegs bist, mußt du genau wissen an welchen Stationen der Zu- bzw. Ausgang möglich ist. Das ist schon eine Einschränkung.
  • Um Mitternacht ist Schicht im Schacht. Die Tube und auch Züge fahren in der Woche, sowie am Wochenende nur bis um Mitternacht. Lange feiern ist da nicht drin, außer man wohnt direkt in London, hat eine gute Anbindung zu Nachtbussen oder ist gewillt die Nacht durchzumachen bzw. ein teures Taxi zu zahlen.
  • Auch die Reisen im Zug sind mit so einigen Tücken verbunden, da läuft nicht immer alles so reibungslos wie in Deutschland. Ich habe da so einige Geschichten auf Lager, wenn euch das interessiert, schreibt mir eine Nachricht.
  • Alles ist teuer: Zugtickets, Tubentickets, Eintrittskarten, Essen- alles!
  • Das Au Pair Gehalt ist relativ niedrig. Je nach Familie zwischen 70 und 120 Pfund. Aber hier gibt es auch ausnahmen! Ich berate dich da gerne!
  • Das Gesundheitssystem hat viele Tücken und ist nicht so gut wie in Deutschland. Ich hatte z.B. schon oft Probleme einen Termin für meine Gastkinder zu bekommen, selbst wenn es dringend ist. An solchen Tagen muss man selbst zum “Haifisch” werden, ansonsten kann man das mit dem Termin vergessen- das gleiche gilt übrigens für die Parklücke ;).
  • Es ist nicht so einfach Freunde zu finden, wie in anderen Ländern in denen ich gewohnt habe. Die Engländer- und ich bemühe mich, hier nicht zu stark zu generalisieren, aber es dauert schon so seine Zeit bis man mit dem einen oder anderen Engländer warm wird. Au Pair Freunde kann man hier aber auch leicht finden. Erkundige dich bei deiner Gastfamilie oder über Facebook-Seiten, wie viele andere Au Paris in deiner Umgebung wären.

Ich habe übrigens zu der Thematik ein lustiges Video erstellt, was ihr euch hier anschauen könnt!

So, jetzt werdet ihr euch fragen- ok, was ist denn überhaupt gut in England?

Mittlerweile habe ich die “downsides” akzeptiert und konzentriere mich auf die positiven Dinge.

  • Ich finde z.B. das die Häuser und Gassen wirklich so ein “Feeling” von Gemütlichkeit ausstrahlen und ich habe England auf diese Weise lieben gelernt.
  • Wenn man es schafft die “Barriere” der Oberflächlichkeit zu durchdringen, dann kann man durchaus auch Freunde finden. Man muss halt nur offen sein und mit einem Lächeln durchs Leben zu gehen hilft. Oft lächel ich Leute auf dem Spielplatz an, die ich nicht kenne- und “schwups” hab ich das nächste Playdate organisiert. Offen zu sein und mit positiver Energie auf die Menschen zuzugehen wirkt immer!
  • London hat viele schöne Ecken. Ich liebe es zum Beispiel an der Themse oder am Kanal entlang zu gehen oder an einem sommerlichen Tag im Hyde Park zu chillen. Im Rest von England soll es landschaftlich auch noch so einiges geben- da muss ich mein Reisedefizit aufholen. Ich war aber schon in Oxford und Brighton- und das war super!
Ein Bierchen mit Blick auf den Kanal

Ein Bierchen mit Blick auf den Kanal

Tipps für Au Pair England:

  • Eine Agentur ist nicht notwendig, suche einfach über aupairworld.net und besuche die Familie, wenn möglich vor der Au Pair Zeit. Vielleicht kannst du ein Wochenende rüber fliegen und gleich mehrere Familien kennenlernen. Auch über Facebookseiten kannst du eine Familie finden. Gib z.B. “Au Pair in London” ein und werfe einen Blick in die verschiedenen Gruppen.
  • Wer reisen will oder etwas außerhalb von London wohnt, dem kann ich auch nur empfehlen sich eine “Railcard” zu holen, denn mit dieser kann man sooo viel Geld sparen!
Ein Herz für London

Ein Herz für London

Wenn ihr noch Fragen oder Anregungen habt, meldet euch gerne bei mir!

About author View all posts

Mel

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *